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Debitismus ArtikelDie Theorie des Debitismus wurde von den Bremer Professoren Heinsohn und Steiger zu dem ersten Mal in dem Buch "Eigentum, Zins und Geld" beschrieben. Paul C. Martin hat diese Theorie beschrieben, weiterentwickelt und popularisiert.
Buch-Tipp: Automatisieren mit SPS Theorie und Praxis (Vieweg Fachbücher der Technik) Sehr empfehlenswert für S7-Programmierer In meinen Augen ist dieses Buch besonders geeignet für Programmierer, die sich mit der S7 auseinander setzen wollen oder müssen. Interessant sind sowohl die theoretischen Grundlagen, als auch die anhand von Beispielen dargestellten Lösungswege. Besonders kam es mir auf die Kapitel Vernetzung über PROFIBUS... | |
Der Debitismus betrachtet die Volkswirtschaft nicht als Summe von Tauschgeschäften, wie es in der neoklassischen Theorie formuliert wird, sondern als Summe von Schuldverhältnissen. Der ausformulierte Debitismus bezeichnet heute vier Gruppen von Schuldverhältnissen:
1. Die Urschuld (oder Subsistenzpflicht) genannt die Pflicht des Einzelnen, zur Selbsterhaltung zu konsumieren. Sie kann durch Produktion und anschließendem Selbstverbrauch des Produzierten getilgt werden. Die Urschuld entspricht den vom Marxismus definierten Reproduktionskosten der Arbeiterklasse, während die neoklassische Theorie keinen notwendigen Mindestkonsum des Einzelnen definiert.
2. Die religiöse Schuld genannt die Pflicht des Einzelnen, "freiwillige" Zahlungen an seine Religionsgemeinschaft zu entrichten. Sie wird durch Opfer bzw. Abgaben an religiöse Instanzen getilgt. Der Zehnt gehört zu den ältesten Form einer religiösen Schuld, der von einzelnen Religionsgemeinschaften, beispielsweise der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen") und Richtungen des Islam (Zakat), noch heute auf freiwilliger Basis parallel zu dem staatlichen Steuersystem erhoben wird. Bei Nichterfüllung erfolgt soziale Ächtung bzw. eine "Bestrafung" nach Ableben des Schuldners ("Jenseitsvorstellungen").
3. Die Kontraktschuld genannt die vertraglich festgelegte Schuld zwischen kontraktfähigen natürlichen oder juristischen Personen nach Abschluss eines entsprechenden Schuldvertrages, der Leistung und Gegenleistung, Termin sowie Sanktion bei Nichterfüllung beinhalten muss (--> Arbeitsteilung). Die Vollstreckung einer Kontraktschuld resultierte in früheren Jahrhunderten häufig in dem ökonomischen und sozialen Ruin des Schuldners.
4. Die Abgabenschuld genannt die vom jeweiligen Machthaber (Herrscher, Staat) festgesetzte und mit ausgeübtem oder angedrohtem Waffeneinsatz ("coercive power") eingeforderte Abgabenlast des Einzelnen. Die Geschichte und Systematik der Steuern und Abgaben ist ein Schwerpunkt der debitistischen Forschung. Nach debitistischer Auffassung liegt der Ursprung der Steuern in dem Tribut unterworfener Völker, der nach Übernahme der Tributgebiete bzw. Einbeziehung der Tributpflichtigenins ursprüngliche Machtareal zur Steuer umgewandelt wird. Zur Finanzierung seiner Machtausübung muss der Staat sich nach debitistischer Auffassung in dem Vorgriff auf künftige Abgabenschulden ("Staatsschulden") verschulden.
Zur Bezahlung dieser (vom Machthaber festgesetzten) Steuern und Abgaben müssen die Bürger private Schulden aufnehmen. Der Zeitunterschied zwischen dem (frühen) Steuertermin des Bürgers und dem (späten) Zeitpunkt seines Einkommens erklärt und rechtfertigt für Paul C. Martin die Erhebung von Zinsen. Dadurch beginnt eine Schuldenspirale, die ca. durch periodische Wirtschaftskrisen und damit verbundene Revolutionen unterbrochen werden kann.
Der Debitismus lehnt das neoklassische Tausch-Konzept sowie sämtliche daraus entwickelten makroökonomischen Modelle, z.B. die Quantitätsformel mitsamt der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ab. Stattdessen werden alle Wirtschafttransaktionen als Schuldenaufnahme bzw. Schuldentilgung definiert, denen eine entsprechende Guthabenbildung bzw. Guthabenvernichtung gegenübersteht. Der Begriff Zeit spielt in der debitistischen Theorie eine extrem wichtige Rolle.
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Das Konzept des Räuberstaates mag für die Staaten der frühen Neuzeit und während der kolonialistischen Expansion der europäische Staaten gültig gewesen sein. Die modernen europäischen Staaten beruhen jedoch auf einem komplexen Entscheidungsprozess, der einkommensunabhängige Steuern nicht vorsieht.
Dem ist wiederum entgegen zu halten, dass die Failing States (unter der Herrschaft von "Warlords" bzw. "Gewaltkaufleuten" (Georg Elwert ) in der Gegenwart Stoff der aktuellen Ethnologie und Politologie sind.
Der Debitismus unterschätzt ähnlich wie die klassischen liberalen Auffassungen Folgen des Schuldendrucks für wirtschaftlich Schwache und übersieht die Probleme der Überlastung der Wirtschaftsteilnehmer.
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Der Debitismus wird nicht ca. in dem privaten Kreis diskutiert. Er wird von einigen Professoren (u.a. Heinsohn und Steiger) als Alternative zur gegenwärtigen Wirtschaftstheorie angesehen.
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- Heinsohn und Steiger: "Eigentum, Zins und Geld"
- Paul C. Martin: "Kapitalismus - ein System, das funktioniert"
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